Das Festival Iminente feiert sein zehnjähriges Bestehen vom 17. bis 20. September 2026 an einem neuen Ort: in der ehemaligen Escola Industrial Afonso Domingues in Marvila, Lissabon. Die Veranstalter sprechen von einem lange leerstehenden, teilweise verwahrlosten Gebäudekomplex, der seit Ende 2025 schrittweise für das Festival hergerichtet wird. Der Standort habe zunächst weder reguläre Wasser- noch Stromanschlüsse geboten, zugleich eröffne er zahlreiche Möglichkeiten für künstlerische Interventionen, heißt es aus der Festivalleitung.
Nach Angaben der Organisatoren hatten zeitweise Menschen ohne festen Wohnsitz in Teilen der früheren Schule gelebt. In Abstimmung mit der Câmara Municipal de Lisboa sei für die Mehrheit eine alternative Unterbringung gefunden worden. Einige verbliebene Bewohnerinnen und Bewohner wirkten an Aufbauarbeiten mit; bewohnte Bereiche sollen für das Publikum gesperrt bleiben. Die Festivalleitung betont, man wolle die Geschichte des Ortes respektieren und soziale Belange in die Planung einbeziehen.
Programmatisch setzt Iminente auf Breite: Mehr als 140 Mitwirkende sind angekündigt, verteilt auf fünf Bühnen sowie Ausstellungs- und Aktionsräume. Das musikalische Spektrum reicht von Rap und Hardcore über Fado bis zu kapverdischen Stilen. Genannt werden unter anderem Sam The Kid, Dino d’Santiago, Mão Morta und Gisela João. Parallel dazu sind Ausstellungen, Filmvorführungen, Gespräche und Installationen zeitgenössischer Kunst vorgesehen; Innenräume und Außenflächen werden von mehreren Künstlerkollektiven gestaltet.
Die tägliche Kapazität liegt den Planern zufolge bei rund 5.000 Personen. Neben Einzeltickets werden Pässe für alle vier Festivaltage angeboten. Für das Gelände und die umliegende Infrastruktur seien Sicherheits- und Notfallpläne mit den zuständigen Stellen abgestimmt, teilen die Organisatoren mit. Zugleich soll die Erreichbarkeit per öffentlichem Verkehr sowie zu Fuß und per Fahrrad verbessert werden.
Iminente versteht sich traditionell als Plattform für Begegnungen zwischen Musik, Bildender Kunst, Design und urbaner Kultur. Mit der Verlegung nach Marvila rückt das Festival eine bisher ungenutzte Bildungsstätte in den Fokus, deren künftige Nutzung in der Stadtpolitik seit Längerem diskutiert wird. Für die Festivalwoche soll der Komplex temporär aktiviert werden. Aussagen zu einer möglichen Nachnutzung nach September 2026 machen die Veranstalter nicht; die Stadtverwaltung verweist auf laufende Verfahren. Prognosen über eine dauerhafte kulturelle Nutzung bleiben damit offen.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).