Wissenschaft & Technik

Expedition auf Madeira markiert erstmals Blainevilles Schnabelwal

Forschende der Madeira Ocean 2026 haben bei den Ilhas Desertas erstmals im Archipel einen Blainevilles Schnabelwal mit einem Satellitensender versehen. Die Koordinatorin Beatriz Vinha nennt dies den Hauptbefund der ersten Etappe.

Die wissenschaftliche Expedition Madeira Ocean 2026 hat nach Angaben der Koordinatorin Beatriz Vinha erstmals im Madeira-Archipel einen Blainevilles Schnabelwal (Mesoplodon densirostris) markiert. Die am 6. Oktober 2026 öffentlich gemeldete Anbringung eines Satellitensenders gilt als zentrales Ergebnis der ersten Etappe. Der Sender soll über mehrere Monate Bewegungs- und Verhaltensdaten liefern und damit neue Einblicke in die Raumnutzung der tiefen Gewässer rund um die Inselgruppe ermöglichen.

Die Markierung erfolgte in der Phase vom 2. bis 5. Oktober in den Gewässern der Ilhas Desertas und im Raum Funchal. Am 6. Oktober begann die zweite Etappe entlang der Südküste Madeiras. Als Plattform dient der traditionsreiche Segler Santa Maria Manuela. Nach Angaben der Organisatoren arbeiten rund 34 Partnerinstitutionen mit, insgesamt sind etwa 200 Personen beteiligt. Träger und Partner sind unter anderem die Região Autónoma da Madeira, ARDITI – Agência Regional para o Desenvolvimento da Investigação, Tecnologia e Inovação, die Fundação Oceano Azul, das Oceanário de Lisboa sowie das Programm Pristine Seas der National Geographic Society.

Blainevilles Schnabelwale leben überwiegend in großer Tiefe und reagieren oft scheu auf Schiffe. Sichtungen sind daher selten und liefern nur begrenzte Daten. Eine telemetrische Markierung erlaubt hingegen, Tauch- und Wanderbewegungen über längere Zeiträume zu verfolgen. Vinha betonte, dies sei der wichtigste Meilenstein der ersten Expeditionsphase; weitergehende Aussagen zu Populationsgrößen oder langfristigen Auswirkungen menschlicher Aktivitäten blieben zunächst ausdrücklich offen und erforderten zusätzliche Datensätze sowie die spätere Auswertung.

Ergänzend zur Markierung setzten die Teams weitere Methoden ein, darunter kurzzeitige Datenlogger, Videoaufnahmen mit ferngesteuerten Systemen am Meeresboden, Tauchroboter für Habitatkartierungen sowie genetische Probenahmen im Küstenbereich. Genannt wurden mögliche Anwendungsfelder der künftigen Bewegungsdaten für das Management bestehender Schutzgebiete, etwa in Garajau. Ziel der bis zum 28. Oktober 2026 laufenden Unternehmung ist es, eine belastbare Datengrundlage für ein dauerhaftes Monitoring der marinen Ökosysteme der Região Autónoma da Madeira zu schaffen.

Die Angaben wurden am 6. Oktober durch nationale Medien verbreitet und beruhen auf der Auskunft der wissenschaftlichen Leitung der Expedition. Ein Abgleich mit den beteiligten Institutionen bestätigt den Fokus auf Tiefsee- und Küstenökologie im Umfeld des Archipels sowie die Einbindung regionaler und nationaler Forschungseinrichtungen. Ergebnisse zu möglichen Managementempfehlungen sollen nach Abschluss der Datenauswertung veröffentlicht werden.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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