Die Direção-Geral da Saúde hat am 24. September 2026 den Jahresbericht des Programa Nacional para a Promoção da Alimentação Saudável veröffentlicht. Zentrale Kennzahl ist ein neuer Höchstwert beim ausschließlichen Stillen: 46,9 Prozent der Kinder, die im Jahr 2025 ein Jahr alt waren, wurden in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich mit Muttermilch ernährt. Nach Angaben der Behörde ist dies der höchste seit Beginn der systematischen Erfassung in Portugal gemessene Wert.
Der Bericht ordnet die Entwicklung als Ergebnis mehrerer Faktoren ein. Dazu zählen Intensivierung der Gesundheitsaufklärung, erweiterte Unterstützung in der Primärversorgung sowie politische Maßnahmen zur Förderung gesunder Ernährung. Zugleich verweist die Direção-Geral da Saúde auf mögliche Einflussgrößen jenseits direkter Interventionen, etwa demografische Veränderungen und veränderte Praxis in Schwangerschafts- und Geburtsbetreuung. Diese Zusammenhänge werden im Bericht als Erklärungsansätze benannt, eine kausale Zuschreibung wird nicht behauptet.
Neben den Stillzahlen beleuchtet der Bericht Belastungen durch unausgewogene Ernährung. Demnach bleiben Übergewicht und Adipositas in Portugal verbreitet, insbesondere bei Erwachsenen sowie bei Kindern in höheren Altersstufen. Die Direção-Geral da Saúde hält fest, dass Fortschritte beim Stillen nicht darüber hinwegtäuschen dürften, dass zugleich strukturelle Risiken bestehen, etwa durch energiereiche, nährstoffarme Lebensmittel, Werbeeinflüsse und soziale Ungleichheit.
Die Autoren empfehlen, die Betreuung nach der Geburt flächendeckend zu stärken, Stillberatung und arbeitsweltliche Rahmenbedingungen weiter zu verbessern und die Prävention ernährungsbedingter Krankheiten auszubauen. Konkrete Vorhaben und Monitoring-Instrumente sind in den thematischen Kapiteln des PNPAS aufgeführt. Das Programm ist in die Arbeit des Ministério da Saúde eingebettet und wird von der Direção-Geral da Saúde koordiniert.
Unabhängige Medien ordneten die Zahlen am Veröffentlichungstag ein. RTP und Diário de Notícias berichteten übereinstimmend über die 46,9-Prozent-Marke als neuen Spitzenwert und verknüpften die Kennzahl mit laufenden Initiativen im Rahmen des PNPAS. Rádio Renascença hob ergänzend die anhaltend hohe Prävalenz von Übergewicht in der erwachsenen Bevölkerung hervor. Diese Einordnung entspricht der Gewichtung im Bericht, der Fortschritte klar benennt, aber weitere Anstrengungen für notwendig hält.
Der nun veröffentlichte Bericht setzt damit einen aktuellen Bezugspunkt für Portugals Ernährungspolitik: Er dokumentiert einen messbaren Fortschritt beim frühkindlichen Stillen und definiert gleichzeitig Handlungsbedarf, um gesundheitliche Ungleichheiten und ernährungsbedingte Risiken systematisch zu verringern.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).