Eurostat hat am 14. September 2026 neue Vergleichszahlen zur Erwachsenenbildung vorgelegt. Demnach nahmen 2025 in der Europäischen Union 13,7 Prozent der 25- bis 64-Jährigen in den vier Wochen vor der Befragung an formaler oder nicht formaler Bildung teil. Portugal liegt mit 16,4 Prozent klar über dem EU-Durchschnitt. Die Kennzahl stammt aus der Arbeitskräfteerhebung der EU und ist in der Veröffentlichung Sustainable development in the European Union — 2026 edition dokumentiert.
Im längerfristigen Vergleich bestätigt Eurostat einen deutlichen Anstieg: 2015 hatte die EU-Quote noch bei 10,1 Prozent gelegen. Der pandemiebedingte Einbruch 2020 wurde seither aufgeholt, sodass die Beteiligung 2025 merklich über dem Vorkrisenniveau liegt. Die Daten messen eine Kurzzeitbeteiligung innerhalb von vier Wochen vor der Erhebung und erlauben daher Aussagen zur aktuellen Teilnahmeintensität, nicht aber zur langfristigen Verfestigung von Qualifikationen.
Für Portugal ist der überdurchschnittliche Wert ein weiterer Hinweis auf eine robuste Teilnahme an Weiterbildung. Konkrete Ursachen leitet Eurostat aus den Aggregatdaten nicht ab; Kausalaussagen etwa zu einzelnen Förderinstrumenten bleiben der Wirkungsforschung vorbehalten. Politische Initiativen zur Qualifizierung Erwachsener und Programme mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus werden in nationalen und europäischen Dokumenten regelmäßig als relevante Rahmenbedingungen genannt. Ob und in welchem Umfang solche Maßnahmen die hier betrachtete Kurzzeitquote beeinflussen, lässt sich aus der Statistik allein jedoch nicht belegen.
Für die Einordnung ist zu beachten: Der Indikator „adult participation in learning“ fasst formale und nicht formale Angebote zusammen und ist sensibel für Erhebungszeitpunkte, Angebotszyklen und betriebliche Weiterbildung. Ein höherer Wert spricht tendenziell für lebendige Lernökosysteme und kann die Anschlussfähigkeit an veränderte Arbeitsmarktanforderungen verbessern. Er ersetzt jedoch nicht die Beobachtung von Abschlussquoten, zertifizierten Kompetenzen und Beschäftigungswirkungen, die für die Bewertung der Nachhaltigkeit von Qualifikationsgewinnen maßgeblich sind.
Eurostat stellt zu den 2025er Werten nach Mitgliedstaat, Geschlecht, Altersgruppen und Bildungshintergrund aufbereitete Tabellen sowie methodische Hinweise bereit. Damit sind für Portugal vertiefende Analysen möglich, etwa zur regionalen Streuung oder zur Beteiligung einzelner Bevölkerungsgruppen. Der aktuelle Befund bleibt zugleich klar: Portugal übertrifft 2025 den EU‑Durchschnitt bei der Erwachsenenbildung und bestätigt damit einen positiven Trend.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).