Europa steuert nach Angaben des Branchenverbands WindEurope auf ein Rekordjahr bei Neuinstallationen von Windenergie zu. In seiner aktuellen Auswertung für 2026 nennt der Verband besonders hohe Zubauraten im ersten Halbjahr. Portugal gehört demnach zu den Ländern mit überdurchschnittlichem Ausbau, vor allem an Land. Das portugiesische Wirtschaftsmedium ECO stellt die Entwicklung in den europäischen Kontext und verweist auf die Dynamik im Binnenmarkt.
WindEurope berichtet, dass die erste Jahreshälfte 2026 in Europa von einer kräftigen Beschleunigung geprägt war. Für den Zeitraum 2026 bis 2030 rechnet der Verband mit anhaltend hohen Zubauten, sofern politische Rahmenbedingungen stabil bleiben und Genehmigungen schneller erteilt werden. Lieferketten, Finanzierungskosten und Netzanschlüsse gelten dabei als entscheidende Faktoren. Die Europäische Kommission drängt die Mitgliedstaaten seit Längerem, Ausschreibungen zu beschleunigen und Hürden im Planungsrecht abzubauen, um die Ausbauziele der Europäischen Union abzusichern.
Für Portugal liegen ergänzende nationale Angaben vor. Nach Daten des Forschungszentrums INEGI waren zur Jahresmitte 2026 nahezu 6 Gigawatt Windleistung installiert, verteilt auf rund 2.861 Anlagen. Der jüngste Zubau entfiel überwiegend auf Onshore-Projekte, darunter Repowering mit größeren Turbinen und effizienteren Anlagen. Damit gewinnt die Windenergie im portugiesischen Strommix weiter an Gewicht. Zugleich verweisen Branchenvertreter auf eine wachsende Projektpipeline, deren Realisierung von schnelleren Genehmigungen und rechtzeitigen Netzanschlüssen abhängt.
Unternehmen wie EDP und Iberdrola treiben Investitionen voran, doch die Engpässe sind deutlich: Netzkapazitäten, Speicher und Systemdienstleistungen müssen mitwachsen, um variable Erzeugung sicher zu integrieren. Die Regierung arbeitet an weiteren Ausschreibungen und bereitet Schritte für die Offshore-Entwicklung vor. Offiziell werden mehrere Gigawatt bis 2030 angestrebt; Analysten sehen jedoch Risiken durch Umweltschutzauflagen, maritime Raumplanung und Lieferzeiten für Großkomponenten. ECO und WindEurope betonen übereinstimmend, dass Tempo und Planungssicherheit der öffentliche Hand über die Erreichbarkeit der Ziele entscheiden.
Kurzfristig dürfte der kräftige Zubau in Europa und Portugal den Anteil erneuerbarer Energien erhöhen und die Abhängigkeit von Importen mindern. Mittel- bis langfristig verlagern sich die Engpässe ins Netz und in die Projektabwicklung. Prognosen sind daher an Bedingungen geknüpft: Bleiben Auktionen verlässlich, Genehmigungen schneller und Netzausbau sowie Speicher auf Kurs, gilt 2026 als Kandidat für ein Rekordjahr. Bleibt der politische Rückenwind aus, könnten Investitionsentscheidungen verschoben und Projekte gestreckt werden.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).