Wissenschaft & Technik

Coimbra stellt App gegen Burnout bei Assistenzärzten vor

Forschende der Universität Coimbra haben am 13. Oktober 2026 den Ausbau eines App-Projekts zur Früherkennung und Prävention von Burnout bei Ärztinnen und Ärzten in der Facharztausbildung angekündigt.

Forschende der Universität Coimbra haben am 13. Oktober 2026 den Ausbau eines Projekts zur Entwicklung einer Smartphone-Anwendung zur Überwachung und Prävention von Burnout bei Ärztinnen und Ärzten in der Facharztausbildung bekannt gegeben. Das Vorhaben mit dem Kürzel RESOUT (Smartphone app for resident physicians’ burnout monitoring and prevention) wird am Institut für Medizinische Psychologie der Medizinischen Fakultät der Universität Coimbra koordiniert, durch die Fundação para a Ciência e a Tecnologia gefördert und mit fachlicher Unterstützung des Conselho Nacional do Médico Interno umgesetzt.

Anlass der Initiative sind belastbare Hinweise auf weit verbreitete Erschöpfungssymptome in dieser Berufsgruppe. Eine landesweite Erhebung des Conselho Nacional do Médico Interno aus August und September 2023 berichtete, dass 24,7 Prozent der befragten Assistenzärztinnen und Assistenzärzte Kriterien eines schweren Burnouts erfüllten, während weitere 55,3 Prozent als risikobelastet eingestuft wurden. Pilotdaten aus dem RESOUT-Projekt dokumentieren zudem moderate bis hohe Belastungswerte und identifizieren Prädiktoren wie hohe Arbeitsdichte und ausgeprägten Perfektionismus.

Die geplante App soll regelmäßige, kurze Selbstbeurteilungen mit datenbasierten Warnhinweisen verbinden und bei erhöhten Werten unmittelbar niederschwellige Interventionen anbieten. Nach Angaben des Projektteams dient das Instrument nicht allein der individuellen Selbstfürsorge. Es soll auch Muster struktureller Überlastung sichtbar machen, die Ausbildungsgänge und die Versorgungsqualität beeinträchtigen können. Zugleich betonen die Forschenden, dass digitale Hilfen nur ergänzend zu institutionellen Maßnahmen wirken: Ohne Verbesserungen bei Personalausstattung, Dienstplangestaltung und Supervision im Serviço Nacional de Saúde lasse sich das Problem nicht nachhaltig lösen.

Offen bleiben zentrale Fragen zur Wirksamkeit und Umsetzung. Valide Effekte auf Stress, Depressivität oder Arbeitsleistung müssen größere, randomisierte Studien belegen. Zudem stellt die kontinuierliche Datenerhebung hohe Anforderungen an Datenschutz, Einwilligungsmanagement und die technische Integration in Klinikabläufe. Unterschiede zwischen Fachrichtungen und Häusern dürften die Einführung ebenfalls erschweren.

Politisch trifft das Projekt auf ein Umfeld, in dem Schutz und Ausbildung junger Ärztinnen und Ärzte seit Längerem diskutiert werden. Behördenberichte und internationale Gesundheitsprofile verweisen auf anhaltenden Personalmangel, hohe Fluktuation und Arbeitsverdichtung. Vor diesem Hintergrund erhält ein praktikabler, datengestützter Präventionsansatz nationale Relevanz. Ob RESOUT Burnout-Risiken verlässlich senkt und Organisationen messbar entlastet, wird sich erst nach kontrollierten Wirksamkeitsprüfungen und breiter Anwendung zeigen.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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