Gesellschaft

Coimbra: Rund 200 Menschen protestieren gegen Wohnungsnot und Räumungen

In Coimbra haben sich am 24. Oktober rund 200 Menschen auf der Praça 8 de Maio versammelt, um gegen die Wohnungsnot zu demonstrieren und eine Abkehr von der als „lei dos despejos“ kritisierten Politik…

Rund 200 Menschen haben sich am Donnerstagabend auf der Praça 8 de Maio in Coimbra versammelt, um gegen die anhaltende Wohnungsnot in Portugal zu protestieren. Nach übereinstimmenden Berichten von RTP und Regionalmedien richtete sich der Protest gegen Zwangsräumungen und gegen gesetzliche Regelungen, die von den Initiativen als „lei dos despejos“ kritisiert werden. Gefordert wurden unter anderem ein Räumungsstopp ohne vorherige alternative Unterbringung sowie der Ausbau von habitação pública.

Organisiert wurde die Kundgebung von lokalen Gruppen des Movimento Não Dá Mais. Die Organisatoren betonten laut Diário de Coimbra und As Beiras, es brauche kurzfristige Entlastungen für Mieterinnen und Mieter sowie strukturelle Maßnahmen zur Sicherung von bezahlbarem Wohnraum. Dazu zählten Begrenzungen für großvolumige Aufkäufe durch fundos imobiliários und stärkere Eingriffe gegen spekulativen Leerstand.

Die Versammlung in Coimbra war Teil einer landesweiten Mobilisierung. In mehreren Städten fanden seit Mitte Oktober Aktionen statt, darunter Zeltlager am Rossio in Lisboa. Der Sender Renascença berichtete über nächtliche Mahnwachen und Kundgebungen, die die politische Debatte über die Wohnungspolitik sichtbar verschärft haben. In Coimbra blieb die Lage laut Regionalmedien friedlich; zentrale Forderungen waren klar auf Plakaten und in Redebeiträgen formuliert.

Hintergrund der Proteste ist die angespannte Lage auf dem Mietmarkt mit steigenden Preisen und fehlendem Angebot in Universitäts- und Tourismusstädten. Die Initiativen wenden sich gegen Gesetzesvorhaben und Praxisregeln, die nach ihrer Darstellung Räumungen begünstigen, und verlangen eine Priorisierung sozialer Kriterien in der Wohnungspolitik. Offizielle Stellungnahmen mit konkreten Zusagen lagen am Abend nicht vor; der Protest richtete sich daher vorrangig an Regierung und Parlament, die über weitere Maßnahmen zur Entlastung der Mieterinnen und Mieter beraten.

Die Kundgebung in Coimbra unterstreicht, dass die Wohnungsfrage längst über lokale Grenzen hinausreicht. Ob die aktuelle Protestwelle politische Kurskorrekturen auslöst, ist offen. Klar ist jedoch, dass die Organisatoren den Druck aufrechterhalten wollen: Weitere Aktionen wurden in den Redebeiträgen angekündigt, sollte es kurzfristig keine Bewegung bei Räumungsschutz, öffentlichem Wohnungsbau und Regulierung des Marktzugangs für große Investoren geben.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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