Die Soochow University, die City University of Macau und die Universität Évora haben am 22. Oktober 2026 in Suzhou ein integriertes Partnerschaftsabkommen für das Laboratório Conjunto China–Portugal zur Konservierung des kulturellen Erbes geschlossen. Nach übereinstimmenden Angaben der beteiligten Einrichtungen markiert die Vereinbarung eine neue Phase der institutionellen Zusammenarbeit zwischen den drei Hochschulen.
Kernpunkte sind die stärkere Bündelung von Forschungskapazitäten, koordinierte Innovationsmechanismen und die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur. Vorgesehen sind gemeinsame Projekte in der digitalen Erfassung und virtuellen Rekonstruktion von Kulturgütern sowie materialwissenschaftliche Studien zur Restaurierung. Die Partner wollen zudem Austauschprogramme ausbauen und abgestimmte Ausbildungsangebote für Konservierung und Denkmalpflege entwickeln.
Das Labor wurde 2020 vom Ministerium für Wissenschaft und Technologie der Volksrepublik China genehmigt und ist seitdem als trilaterale Plattform aktiv. Die jetzt beschlossene „integrierte Baukooperation“ soll Prozesse und Ressourcen zusammenführen, die bislang projektbezogen organisiert waren. Aus Portugal ist die Universität Évora mit ihren einschlägigen Forschungsschwerpunkten in Konservierungswissenschaften beteiligt; auf chinesischer Seite führen die Soochow University und die City University of Macau die Arbeiten an.
Die Unterzeichnung fällt in eine Phase intensiverer wissenschaftspolitischer Kontakte. Auf der 10. Gemeinsamen Kommission für Wissenschafts- und Technologiekooperation in Peking bekräftigten Regierungsvertreter beider Länder in der Vorwoche ihr Interesse an engerer Zusammenarbeit in Forschung und Innovation, ausdrücklich auch bei der Bewahrung des kulturellen Erbes. Parallel verwiesen portugiesische Hochschulmitteilungen darauf, dass die Universität Évora bereits im Laufe des Jahres Projekte mit chinesischen Partnern koordiniert hat, darunter Arbeiten zu restauratorischen Materialien und digitalen Monitoring-Systemen für Baudenkmäler.
Für Portugal sind zwei Effekte besonders relevant. Erstens kann zusätzlicher wissenschaftlicher Input die Planung und Langzeitüberwachung nationaler Restaurierungsvorhaben stärken, etwa durch präzisere Schadensdiagnostik und datenbasierte Erhaltungsstrategien. Zweitens eröffnet die institutionell gefestigte Kooperation mehr Spielraum für akademische Mobilität und für die Qualifizierung von Fachkräften mit internationaler Ausrichtung. Offen bleibt die mittelfristige Finanzierung: Konkrete, mehrjährige Förderzusagen wurden in den verfügbaren Verlautbarungen nicht genannt und dürften projektweise zu belegen sein.
Die beteiligten Institutionen führen die Vereinbarung als Schritt zu belastbaren Standards und gemeinsamen Anwendungen an. Weitere Einzelheiten zu Zeitplänen und Budgets sollen nach Angaben der Hochschulen im Rahmen der nächsten Arbeitsprogramme veröffentlicht werden.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).