Der Bildungsminister Fernando Alexandre hat am 5. November 2026 im Parlament seine „große Besorgnis“ über den weiter ungelösten Führungsstreit an der Universidade Nova de Lisboa bekräftigt. Der seit Monaten andauernde Impasse bei der Wahl und formalen Bestätigung (Homologation) des Rektors schwäche die Handlungsfähigkeit der Universität, so der Minister. Er forderte eine rasche Klärung im Rahmen der geltenden Regeln.
Ausgangspunkt war die Wahl vom 16. September 2025, aus der Paulo Pereira als künftiger Rektor hervorging. Gegen das Verfahren wurden anschließend juristische Beschwerden erhoben. Das Tribunal Administrativo de Lisboa beanstandete Teile des Ablaufs und ordnete Korrekturen an. Seither kam es zu wiederholten Verzögerungen, fehlendem Quorum im Conselho Geral und weiteren Rechtsmitteln. Eine abschließende Homologation durch die zuständigen Gremien steht bis heute aus.
Nach Darstellung von Fernando Alexandre kann die Universitätsleitung Routineaufgaben zwar weiterführen, die fehlende verlässliche Spitze erschwere aber mittel- und langfristige Entscheidungen. Betroffen seien strategische Planungen, laufende Projekte, Drittmittel und die interne Governance. Die Regierung beobachte die Lage, betonte jedoch die Autonomie der Hochschule und die Zuständigkeiten ihrer Organe.
Formal maßgeblich sind die Statuten der Universidade Nova de Lisboa sowie die Rollen des Conselho Geral und des Conselho de Curadores bei der Bestätigung der Wahl. Rechtsrahmen ist das Regime Jurídico das Instituições de Ensino Superior. In Protokollen der Universität und in Parlamentsunterlagen sind offene Verfahrensschritte dokumentiert; sie betreffen vor allem die korrekte Durchführung, die Zusammensetzung der Gremien und die fristgerechte Nacharbeit beanstandeter Punkte. Aus dem Umfeld der Beteiligten werden unterschiedliche Deutungen der Gerichtsbeschlüsse berichtet; eine verbindliche Lösung bleibt von weiteren gerichtlichen und formalen Entscheidungen abhängig.
Für die Universität stellt sich damit nicht nur eine Führungs-, sondern auch eine Vertrauensfrage. Interne Spannungen zwischen Fakultäten, die bereits in früheren Sitzungen sichtbar wurden, erschweren Kompromisse. Zugleich wächst der Druck von Forschenden und Projektpartnern auf Planungssicherheit. Der Minister verwies darauf, dass jede Änderung am Verfahren geltendem Recht und den universitären Statuten entsprechen müsse. Ein konkreter Zeitplan für eine neue Entscheidung wurde nicht genannt. Bis zu einer gerichtlichen Klärung und der förmlichen Homologation bleibt die institutionelle Lage der Universidade Nova de Lisboa fragil.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).