Die Berliner Philharmonie hat für Mittwoch, 21. Oktober 2026, um 13 Uhr die Uraufführung von Leshy – Voices of the Forest des portugiesischen Komponisten Nuno Lobo im Foyer angekündigt. Die Veranstaltungsseite der Berliner Philharmoniker führt das Format als Teil der Reihe Lunch Concerts und weist auf freien, nicht reservierbaren Eintritt hin. Auch die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa, verbreitet von RTP, bestätigt Termin und Konzept.
Leshy – Voices of the Forest ist als partizipative Komposition angelegt. Nach Angaben der Philharmonie wirken die Saxofonistin Aina Font und der Percussionist Agostinho Sequeira mit; Lobo steuert die klanglichen Beiträge des Publikums an. Vorgesehen sind kurze, zeitlich koordinierte Aktionen wie Raunen oder Pfeifen, die die professionelle Besetzung um eine räumlich verteilte Laienkomponente erweitern. Damit schließt das Werk an jüngere Versuche an, Konzertsäle und Foyers als akustische Räume performativ zu erschließen, ohne die Grundstruktur eines Kammerkonzerts aufzugeben.
Inhaltlich bezieht sich die Komposition auf Hieronymus Boschs Triptychon Der Garten der irdischen Lüste. Laut Ankündigungen greift Lobo zwei Motive auf: die im rechten Tafelfeld dargestellte hybride Mensch-Baum-Gestalt und eine in das Gemälde eingeschriebene Melodie. Aus dieser Bild- und Notationsvorlage entwickelt das Stück eine dichte Klangkulisse, in der das Publikum als „Wald“ inszeniert wird. Diese Deutung verknüpft die boschsche Ikonografie mit der in slawischen Erzähltraditionen beheimateten Figur des Leshy, eines Waldgeists, nach dem das Werk benannt ist.
Die Platzierung in den Lunch Concerts ist programmatisch: Die Reihe nutzt das Foyer der Philharmonie für kurze, werktags stattfindende Konzerte und öffnet sie einem größeren, auch zufälligen Publikum. Für die Berliner Philharmonie markieren partizipative Formate eine Ergänzung zum regulären Saalbetrieb; sicherheits- und ablaufbedingte Hinweise zu Einlass und Bewegungsflächen sind Teil der offiziellen Beschreibung. Über weitere Aufführungen oder eine Einspielung des Werks liegen über die Ankündigung hinaus keine belastbaren Angaben vor.
Für Portugal ist die Premiere kulturpolitisch bedeutsam, weil ein portugiesischer Komponist mit einem neuen Werk im Programm eines international profilierten Orchesters und Hauses sichtbar wird. Lobo ist in europäischen Musiknetzwerken aktiv; die Aufführung in Berlin erweitert diese Präsenz. Einschätzungen zur zu erwartenden Resonanz bleiben dem Konzertverlauf vorbehalten; Prognosen werden von den Institutionen nicht getroffen.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).