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Anträge auf portugiesische Staatsbürgerschaft stauen sich weiter

Ein neuer Bericht von SIC Notícias beleuchtet monatelange Wartezeiten; das IRN bestätigt anhaltende Rückstände trotz zusätzlichem Personal und Digitalisierung.

Ein aktueller Bericht von SIC Notícias über eine Antragstellerin, die seit Jahren auf den portugiesischen Pass wartet, rückt die anhaltenden Verzögerungen bei der Einbürgerung erneut in den Fokus. Das Instituto dos Registos e do Notariado (IRN) bestätigt in jüngsten Mitteilungen, dass die Zahl der Verfahren hoch bleibt und die Rückstände trotz Entlastungsmaßnahmen nur schrittweise sinken.

Als wesentliche Gründe nennt das IRN den starken Anstieg der Anträge seit 2025 im Zuge geplanter und beschlossener Änderungen der Lei da Nacionalidade sowie strukturelle Engpässe in den Registern. Nach IRN‑Angaben und Recherchen portugiesischer Qualitätsmedien verlängern sich die Bearbeitungszeiten vor allem bei Verfahren nach Wohnsitz. Je nach Verfahrensart – etwa durch Abstammung, Ehe oder Wohnsitz – unterscheiden sich die Fristen deutlich; unvollständige Unterlagen und Nachforderungen verlängern Einzelfälle zusätzlich.

Das Ministério da Justiça verweist auf laufende Gegenmaßnahmen. Dazu zählen zusätzliche Einstellungen, der Einsatz von befristeten Teams, Schulungen für komplexe Dossiers und die fortgesetzte Digitalisierung von Prozessschritten, einschließlich der Online‑Einreichung und der elektronischen Statusabfrage. Die Behörde betont zugleich, dass der Abbau eines hohen Rückstands Zeit benötigt und von der Zahl neuer Eingänge abhängt.

Zwischen den Standorten zeigen sich belastbare Unterschiede: Die Conservatória dos Registos Centrais in Lissabon und das Arquivo Central do Porto bearbeiten unterschiedliche Kategorien, was zu variierenden Wartezeiten führt. Anwältinnen und Anwälte berichten, dass die Dauer bei Wohnsitzfällen teils mehrere Jahre erreichen kann, während klar dokumentierte Abstammungsverfahren zügiger entschieden werden.

Rechtlich maßgeblich sind die seit Anfang 2026 veröffentlichten Anpassungen der Lei da Nacionalidade, die einzelne Anspruchstatbestände präzisieren und Übergangsregeln festlegen. Fachleute sehen darin mittelfristig Chancen auf mehr Rechtssicherheit, kurzfristig jedoch zusätzlichen Prüfaufwand. Für Betroffene empfiehlt sich die regelmäßige Kontrolle des Verfahrensstands über das Online‑Portal des Justizministeriums und – bei langer Untätigkeit – die Prüfung verwaltungsgerichtlicher Schritte.

Die überregionale Bedeutung ist erheblich: Verzögerte Einbürgerungen betreffen zehntausende bis in die sechsstellige Zahl von Personen und wirken sich direkt auf Aufenthaltsrechte, Arbeitsmöglichkeiten und Familienplanung aus. Medienberichte, darunter Analysen der Zeitung Público, ordnen die Engpässe zudem in einen breiteren Kontext ein: Auch andere Registerdienste stehen unter Druck, was den Reformbedarf in Personal, Prozessen und IT unterstreicht. Prognosen zur Entlastung bleiben vorsichtig; sie hängen von der Stabilisierung der Eingänge, der Wirksamkeit der IRN‑Maßnahmen und der vollständigen Umsetzung der gesetzlichen Neuerungen ab.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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