Gesundheit

Ärzte rügen Lücken des staatlichen Gesundheitsdienstes bei der Menopause-Versorgung

In Portugal kritisieren Fachgesellschaften und Verbände am 7. November 2026 fehlende, koordinierte Antworten des Serviço Nacional de Saúde auf Perimenopause und Menopause. Das Gesundheitsministerium verweist auf in Arbeit befindliche Programme der Direção-Geral da Saúde.

Ärztliche Fachgesellschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen haben am 7. November 2026 in Portugal Defizite des Serviço Nacional de Saúde bei der Versorgung von Frauen in Perimenopause und Menopause kritisiert. Gefordert wird eine integrierte Antwort über Haus- und Fachärzte hinweg, mit klaren Überweisungswegen, spezifischer Fortbildung und besserer Erstattung evidenzbasierter Therapien. Hintergrund ist eine Reihe abgestimmter Empfehlungen von Verbänden, die die Umsetzung bestehender Leitlinien im Alltag der Primärversorgung als unzureichend bewerten.

Nach übereinstimmenden Berichten sprach sich der Präsident der Sektion Menopausa der Sociedade Portuguesa de Ginecologia, Cláudio Rebelo, für verbindliche Koordinationsstrukturen zwischen Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Endokrinologie aus. Organisationen wie die Associação para o Planeamento da Família verweisen zudem darauf, dass eine angekündigte nationale Strategie für die Menopause bislang aussteht und im Haushaltskontext 2027 nicht klar hinterlegt sei. Die Zuschreibungen beruhen auf Auskünften und Schreiben, die der Nachrichtenagentur Lusa vorliegen.

Das Ministério da Saúde und die Direção-Geral da Saúde erkannten in schriftlichen Antworten die Bedeutung einer angemessenen und integrierten Versorgung an. Nach Behördenangaben werden Programme zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit vorbereitet, die Informationsmaterialien für Prä-, Peri- und Postmenopause, Schulungen für Fachpersonal sowie angepasste Handreichungen für die telefonische Beratung der Linha SNS 24 enthalten sollen. Zugleich verweist der öffentliche Dienst auf vorhandene Strukturen in Gesundheitszentren und auf regional bereits praktizierte Referenzpfade in einzelnen Unidades Locais de Saúde.

Die Auseinandersetzung legt ein strukturelles Umsetzungsdefizit offen. Fachgesellschaften betonen, dass nationale Empfehlungen ohne klare Zuständigkeiten, Fortbildungspläne und Vergütungsanreize nur punktuell greifen. Der politische Prüfstein wird sein, ob die von der Direção-Geral da Saúde angekündigten Maßnahmen mit Zeitplan, Finanzierung und messbaren Zielen unterlegt werden. Davon hängt ab, ob Patientinnen zügig Zugang zu leitliniengestützten Optionen wie Lebensstilinterventionen, Hormon- und Nicht-Hormontherapien erhalten und ob Wartezeiten zwischen Primär- und Spezialversorgung sinken.

Zeit und Quellen: Die Angaben beruhen auf Aussagen beteiligter Fachvertreter und Verbände sowie auf schriftlichen Antworten des Ministério da Saúde an Lusa vom 7. November 2026. Nationale Medien berichteten übereinstimmend über Kritik und die angekündigten Arbeiten an Programmen der Direção-Geral da Saúde.

Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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